- Bergbaureviere in Deutschland
- Sonntag, 17. November 2013 21:58
- Mittwoch, 01. Januar 2025 16:03
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Listen von Bergbaurevieren in Deutschland
Bergbaureviere Deutschland
Die Steinkohlereviere in Deutschland können nach ihrer Größe in Bezug auf die Förderung und die geographische Ausdehnung unterteilt werden. Historisch gesehen war die Steinkohleproduktion in Deutschland ein wichtiger Industriezweig, der insbesondere in den letzten Jahrhunderten eine bedeutende Rolle spielte. Auch wenn die Kohlenförderung in den meisten Revieren mittlerweile stark reduziert oder eingestellt wurde, sind die ehemaligen Kohlenbergbauregionen immer noch von historischer und kultureller Bedeutung.
Die größten und bekanntesten Steinkohlereviere in Deutschland sind:
1. Ruhrgebiet
- Größe und Bedeutung: Das Ruhrgebiet ist das größte und bedeutendste Steinkohlerevier Deutschlands. Es erstreckt sich über einen großen Teil von Nordrhein-Westfalen und umfasst Städte wie Dortmund, Essen, Bochum und Duisburg. Historisch gesehen war es das Zentrum der deutschen Kohlen- und Stahlindustrie.
- Förderung: In seiner Hochphase wurden hier mehrere Millionen Tonnen Steinkohle jährlich gefördert. Heutzutage ist der Bergbau weitgehend eingestellt, jedoch sind ehemalige Zechen und Industriegelände noch immer präsent und werden für verschiedene Zwecke genutzt.
2. Saarland
- Größe und Bedeutung: Das Saarland war ebenfalls eines der wichtigen Steinkohlereviere Deutschlands, insbesondere während der Industrialisierung. Die Kohlenlager im Saarland sind teilweise geologisch sehr tief und wurden intensiv abgebaut.
- Förderung: Während die Förderung im Ruhrgebiet den Höhepunkt schon lange überschritten hatte, war das Saarland bis in die 2000er Jahre ein bedeutender Kohlenproduzent. Heute ist die Kohlenförderung ebenfalls eingestellt.
3. Aachener Revier (Eifel)
- Größe und Bedeutung: Das Aachener Revier, auch bekannt als das „Aachener Steinkohlerevier“, erstreckt sich über Teile des Rheinlands, insbesondere in den Regionen rund um Aachen und die Eifel.
- Förderung: Die Kohlenvorkommen hier sind weniger umfangreich als im Ruhrgebiet, jedoch war das Aachener Revier über Jahrzehnten hinweg ein bedeutendes Zentrum für die Kohlenförderung.
4. Bergisches Land
- Größe und Bedeutung: Das Bergische Land war ein weiteres bedeutendes Steinkohlerevier, obwohl es im Vergleich zum Ruhrgebiet eher klein war. Es umfasst Städte wie Wuppertal, Remscheid und Solingen.
- Förderung: Hier wurde Kohle in relativ geringem Maße abgebaut, jedoch hatte das Revier eine gewisse Bedeutung in der regionalen Wirtschaft, insbesondere durch die Verbindung von Kohlenbergwerken und Textilindustrie.
5. Lusatia (Lausitz)
- Größe und Bedeutung: In der Lausitz, die sich auf die Bundesländer Brandenburg und Sachsen verteilt, gibt es neben Braunkohle auch Steinkohle. Die Steinkohlevorkommen waren dort weniger wichtig als die Braunkohlevorkommen, aber trotzdem wurde Kohle gefördert.
- Förderung: Heute wird dort vor allem Braunkohle abgebaut, aber das Steinkohlerevier in der Lausitz hatte im 19. und frühen 20. Jahrhundert eine gewisse Bedeutung.
Zusammengefasst sind das Ruhrgebiet, das Saarland, und das Aachener Revier die drei größten und bekanntesten Steinkohlereviere in Deutschland. Die Kohlenförderung in diesen Gebieten hat jedoch in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen, und viele dieser Regionen sind im Zuge des Strukturwandels in neue Wirtschaftszweige übergegangen.
Braunkohlereviere
In Deutschland ist die Braunkohleförderung von großer wirtschaftlicher und historischer Bedeutung. Sie ist nach der Steinkohle die wichtigste Kohlenart für die Energiegewinnung, insbesondere im Bereich der Stromerzeugung. Braunkohle wird in Deutschland noch heute in großen Mengen abgebaut, obwohl die Förderung und Nutzung in den letzten Jahren zunehmend auf Umweltbedenken und den Kohleausstieg ausgerichtet wird.
Die wichtigsten Braunkohlereviere in Deutschland, geordnet nach ihrer Größe und Bedeutung, sind:
1. Niederlausitzer Revier (Brandenburg und Sachsen)
- Größe und Bedeutung: Das Niederlausitzer Revier ist das größte Braunkohlerevier in Deutschland und erstreckt sich über weite Teile von Brandenburg und Sachsen. Zu den bekannten Abbaugebieten gehören der Tagebau Jänschwalde, Welzow-Süd und Cottbus-Nord.
- Förderung: In diesem Revier wird die Braunkohle vor allem zur Stromerzeugung genutzt. Es ist eines der bedeutendsten Kohlenabbaugebiete in Deutschland. Die Region hat sich in den letzten Jahrzehnten als zentraler Produktionsstandort für die Kohlenindustrie etabliert. Im Jahr 2020 lag die Braunkohleproduktion in der Lausitz bei etwa 50 Millionen Tonnen pro Jahr.
- Historie: Die Braunkohleförderung in der Lausitz begann im 19. Jahrhundert und wurde besonders in der DDR-Zeit intensiviert. Heute ist das Revier nach wie vor aktiv, obwohl der Kohleausstieg beschleunigt werden soll.
2. Rheinisches Revier (Nordrhein-Westfalen)
- Größe und Bedeutung: Das Rheinische Revier ist das zweitgrößte und bekannteste Braunkohlerevier Deutschlands. Es umfasst Teile von Nordrhein-Westfalen, insbesondere die Tagebaue Garzweiler, Hambach und Inden. Es liegt im Rheinland und hat historisch gesehen eine wichtige Rolle in der deutschen Stromproduktion gespielt.
- Förderung: In diesem Revier wird die Braunkohle zur Stromproduktion genutzt, hauptsächlich in großen Kohlekraftwerken wie dem Kraftwerk Niederaußem und dem Kraftwerk Neurath. Der Abbau von Braunkohle in Garzweiler ist einer der größten Tagebaue in Europa.
- Historie: Bereits im 19. Jahrhundert wurde hier Braunkohle abgebaut, jedoch erlebte der Abbau nach dem Zweiten Weltkrieg einen dramatischen Anstieg, als die Nachfrage nach Energie stieg. Das Rheinische Revier hat heute noch eine hohe wirtschaftliche Bedeutung für die Region, aber auch hier ist der Kohleausstieg geplant.
3. Mitteldeutsches Revier (Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen)
- Größe und Bedeutung: Das Mitteldeutsche Revier umfasst das Gebiet zwischen Leipzig und Halle und ist ebenfalls ein bedeutendes Braunkohlerevier. Es umfasst Tagebaue wie Profen, Nobitz und Böhlen.
- Förderung: Auch in diesem Revier wird Braunkohle hauptsächlich zur Energiegewinnung genutzt. Das Mitteldeutsche Revier hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen, vor allem durch den Einsatz von Braunkohle in Kraftwerken wie dem Kraftwerk Lippendorf.
- Historie: Der Braunkohleabbau in Mitteldeutschland begann ebenfalls im 19. Jahrhundert und spielte eine bedeutende Rolle in der Industrialisierung der Region. Im 20. Jahrhundert, insbesondere in der DDR-Zeit, wurden große Mengen Braunkohle abgebaut. Heute sind auch hier Umweltschutzmaßnahmen und der Kohleausstieg zentrale Themen.
4. Oberlausitzer Revier (Sachsen)
- Größe und Bedeutung: Das Oberlausitzer Revier ist kleiner als die anderen großen Reviere, hat jedoch eine gewisse Bedeutung für die Braunkohleförderung in Deutschland. Es liegt im Osten Sachsens und umfasst einige kleinere Tagebaue.
- Förderung: Die Braunkohle aus diesem Revier wird vor allem in regionalen Kraftwerken verwendet. Die Produktionsmengen sind im Vergleich zu den anderen Reviere geringer, dennoch trägt das Revier zur Stromerzeugung bei.
- Historie: Der Braunkohleabbau in der Oberlausitz geht ebenfalls auf das 19. Jahrhundert zurück, aber die Region ist heute nicht mehr so bedeutend wie die anderen großen Reviere.
Braunkohleförderung in Deutschland: Eine Historische Perspektive
Die Braunkohleförderung in Deutschland geht bis ins Mittelalter zurück, als sie hauptsächlich in Form von Torf und weniger ausgereifter Kohle verwendet wurde. Im 19. Jahrhundert erlebte die Braunkohleförderung einen Boom, vor allem im Zusammenhang mit der Industrialisierung, als die Nachfrage nach Energie stieg. Besonders ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde Braunkohle intensiv in großen Mengen abgebaut und vor allem in der Stromproduktion und der Eisen- und Stahlindustrie genutzt.
- 19. Jahrhundert: Erste größere Fördermengen werden in den Gebieten des Niederrheins, der Lausitz und der mitteldeutschen Regionen abgebaut.
- 20. Jahrhundert: Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Braunkohleproduktion in der DDR und auch in Westdeutschland durch den Ausbau von Tagebauen und Kraftwerken deutlich zu. Die Energiewende in den 1970er Jahren und die verstärkte Nutzung von Braunkohle als Energieträger prägten diese Zeit.
- 21. Jahrhundert: Trotz des wachsenden Fokus auf erneuerbare Energien bleibt Braunkohle in Deutschland ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung. Der Kohleausstieg ist jedoch ein zentrales Thema, da die Bundesregierung plant, den Abbau von Braunkohle bis 2038 zu beenden, um die Klimaziele zu erreichen.
Fazit
Die Braunkohlereviere in Deutschland sind in erster Linie das Rheinische Revier, das Niederlausitzer Revier und das Mitteldeutsche Revier, die eine dominierende Rolle in der Braunkohleproduktion spielen. Der Abbau von Braunkohle hat in Deutschland eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht und während der Industrialisierung sowie der Nachkriegszeit besonders an Bedeutung gewann. Angesichts des Kohleausstiegs und der zunehmenden Bedeutung erneuerbarer Energien steht die Braunkohleförderung heute jedoch vor großen Herausforderungen.
Erzbergbaureviere