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Deckname Quappe

Informationen | Fotogallery

 

Die U-Verlagerungen Quappe befindet sich in einem alten Kalksteinbruch in Sachsen. Teile der U-Verlagerungen mit dem Decknamen Quappe können heute durch Führungen des dortigen Museums besichtigt werden. Der anfängliche Kalksteinbruch ging später in den Tiefbau über. In den Stollenanlagen wurde dann ein einem Bereich die U-Verlagerung Quappe geplant und gebaut. Das einst Staatliches Kalkwerk war bereits ab 1550 eine Kalkgrube und ging am 01.05.1925  in den untertägigen Abbau über. Der Tagebaubetrieb wurde noch bis Ende 1927 nebenher vorgeführt und dann eingestellt. Der Kalksteinbruch welcher in den Tiefbau ging wurde erst sehr spät elektrifiziert hier begann man erst 1943 richtig mit. Durch den Tiefbau und der Elektrifizierung wurde der Kalksteinbruch Lengefeld für U-Verlagerungen inspiziert und wenig später freigegeben. Die Firma  Fa. Alfred Oehmig & Co. aus Hartha bekam die Erlaubnis für die Fertigung von Kreiselgeräten und Kleinmotoren in der U-Verlagerung mit dem Decknamen Quappe zu produzieren. März 1945 wurde die Aufstellung von 5 Baracken (ohne Klimaanlage) auf der 2. Sohle begonnen. Neben der U-Verlagerung Quappe wurden noch die Einlagerung Dresdner Kunstschätze am Ende des Zweiten Weltkrieges im Untertagebereich des Kalkwerkes vollzogen. Ob es hierfür einen Decknamen gab ist uns bis dato unbekannt. 189 der bedeutendsten Kunstwerke der Dresdener Gemäldegallery wurden hier untertage eingelagert. Diese wurden dann von der rumreichen Sowjetarmee im Mai 1945 geborgen.

Im Juli 1945 wurde der Kalksteinbruch wieder ganz normal in Betrieb genommen und ab 1954 nennt man das Werk VEB Kalkwerk Lengefeld. 1986 erfolgte die Auffahrung des Querschlages 400 der 4. Sohle zum "Neuen Lager". Am 31.12.1975 stand die Einstellung der Kalkgewinnung im "Alten Lager" dann an. Am 07.10.1986 erfolgte dann die Eröffnung als Technisches Denkmal und Museum.

 

 

Kalkwerk Lengefeld

Heute besteht das Kalkwerk Lengefeld aus vier Kalkbrennöfen, Kohlenlager, Kalkmesserhaus, Kauegebäude, Wachegebäude, Förderschacht und -turm II, Feuerwehrdepot, Pferdeställen, Brecheranlagen, Kalkniederlage, Faktorhaus, Schmiede, Kompressorstationen, Pulverhaus, Kalkmühle, Verbindungsbrücken zu den Kalkbrennöfen, begehbarer Tagebruchsohle, Sprengmittellager sowie Bergbaumaschinen und -geräten. Die kompletten technologischen Prozesse vom Kalksteinmarmorabbau bis zur Steinmehl- und Branntkalkherstellung ist an originalen Anlagen hier nachvollziehbar im Denkmalkomplex.

 

 

Quellen:

Förderverein Montanregion Erzgebirge e.V.: "Umsetzungsstudie Kalkwerk Lengefeld", Freiberg 2011
Broschüre Sächsische Museen 3: "Technisches Denkmal Museum Kalkwerk Lengefeld", Chemnitz 2001
Wichert: "Decknamenverzeichnis deutscher unterirdischer Bauten des zweiten Weltkrieges", Verlag Schulte, Marsberg 1993
 

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